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L3T’s bet

Am 1. Juni 2012 wurde im Rahmen der Veranstaltung „L3T’s WORK“ auf Wettaussagen gesetzt. Nach jeweils 6, 12 und 18 Monaten wird überprüft, ob die Wettaussagen eingetroffen sind oder nicht und entsprechend Punkte ausgeschüttet. Ob eine Wettaussage eingetroffen ist, bestimmt eine unabhängige Jury. Aus dem Wettverhalten lassen sich wiederum Vorhersagen ableiten.

Der Film zu L3T’s bet!

Ablauf von L3T’s bet

Im Folgenden stellen wir den Ablauf von L3T’s bet! im Detail vor. Eine Übersicht über die einzelnen Prozesse gibt die folgende Abbildung:

Vorbereitung: Formulierung von Wettaussagen

Im Vorfeld und während der Veranstaltung L3T’s work werden Aussagen formuliert, für die bei L3T’s bet! Wetten abgegeben werden konnten. Zwölf Aussagen werden so gesammelt. Es müssen Aussagen sein, bei denen zukünftig möglichst eindeutig eine Aussage zu tätigen ist ob sie eingetreten ist oder nicht. Auch sollen es Aussagen zu Entwicklungen sein, von denen (eher) anzunehmen ist, dass sie in den nächsten 18 Monaten eintreffen könnten.

Die 12 Wettaussagen

Zu folgenden Aussagen wurden Wetten abgeschlossen. Berücksichtigt werden soll dabei alle Bildungssektoren und möglichst viele der beteiligten Interessensgruppen, z. B. Schulbuchverlage, OER-Vertreter. Die Aussagen selbst wurden mit Teilnehmer/innen von L3T’s WORK ausgewählt und (um-) formuliert. Der Großteil der Aussagen beruht auf Ideen uns Aspekten die bei L3T’s WORK zur Sprache gekommen sind.

  1. Staatlichen Stellen (mindestens ein Bundesland D, eine ministerielle Entscheidung in A oder min. ein Kanton in CH) liberalisieren den Schulbuchmarkt und verzichten auf Kontrolle. [Kriterium: entsprechende Pressemitteilung]
  2. Digitale Kompetenzen sind fester Bestandteil der Stellenausschreibungen für Hochschullehrende [Kriterium: stehen in min. 30 Prozent der Stellenausgabe einer Ausgabe der ZEIT bzw. im Wirtschaftsblatt]
  3. In einem Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern in D-A-CH werden min. 10 Prozent der Lern- und Lehrmaterialien von Lernenden mitgestaltet.  [Kriterium: entsprechende Pressemitteilung]
  4. Eine Fakultät einer Universität in D-A-CH stellt eigene Lehr- und Lernmaterialien als OER zur Verfügung. [Kriterium: entsprechende Pressemitteilung]
  5. HTML5 ist die Standardformat für E-Books. [Kriterium: faktisch keine Verwendung mehr von ePub]
  6. Mindestens fünf deutschsprachige Lehrbücher sind mit einem Verfalldatum / notwendigen Aktualisierungsdatum versehen. [Nachweis]
  7. In jedem DACH-Land gibt es jeweils an mindestens fünf Schulen Tablet-Klassen.
    [Nachweis]
  8. Die erste Schulklasse in D-A-CH plant, ein ganzes Schuljahr lang ausschließlich digitale Materialien, d.h. keine gedruckten Lehrbücher, zu verwenden.
    [Nachweis]
  9. Klapp- und faltbare Displays werden erstmalig in D-A-CH zum Lernen eingesetzt (z. B. in einem Forschungsprojekt) [Nachweis]
  10. Ein Schulbuchverlag aus D-A-CH bietet personalisierte gedruckte Schulbücher an. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass Kundinnen die Inhalte, die Art der Aufgabenstellung und und/oder Gestaltung auswählen können.[Nachweis]
  11. Das ZUM-Wiki oder ein neues, alternatives Angebot zur Erstellung deutschsprachiger Lern- und Lehrressourcen mit freier Lizenzierung, übersteigt bei der Zahl der mitwirkenden Autoren die 10.000-Grenze.
    [Nachweis]
  12. Surface-Oberflächen sind erstmalig in D-A-CH als Tafelersatz im Einsatz.
    [Nachweis]

Am Ende dieses Beitrags finden sich Hinweise, dass Aussagen evt. bereits zutreffen bzw. werden entsprechend Belege gesammelt. Ob und wann Aussagen zutreffen, entscheidend jedoch die Jury (das erste Mal nach dem 1.12.2012).

Spielregeln und Ausschüttung

Dazu wurden auch die Gewinnregeln vorgestellt: Die Expertinnen und Experten erhalten jeweils 20 Jetons. Sie dürfen folgendermaßen setzen:

  • Bei jeder Aussage muss min. einmal gesetzt werden.
  • Bei jeder Aussage dürfen bis zu drei Jetons gesetzt werden. Auch auf unterschiedliche Felder! (z.B. zur „Risikostreuung“)

In ca. 2 Stunden im Rahmen der Abendveranstaltung konntenen die Teilnehmer/innen ihre Jetons platzieren und auch immer wieder neu arrangieren. Dabei ist es gewünscht, dass sie sich vom Verhalten der anderen beeinflussen lassen.


Nach 6, 12 und 18 Monaten bespricht sich eine Jury um festzulegen, ob die Ereignisse eingetreten sind oder nicht. Im Vorfeld kann die Öffentlichkeit aufgerufen werden, Evidenzen zu sammeln. Darüberhinaus werden durch die Jury zu jede/r der Aussagen Recherchen (z. B. mit Google) vorgenommen, sofern keine Evidenzen vorliegen, dass sie bereits eingetroffen sind. Findet kein Mitglied der Jury eine entsprechende Evidenz, gilt die Aussage für diesen Zeitraum als nicht erfüllt.

Die Auswertung ist denkbar einfach: Für jeden richtig gesetzten Jeton gibt es 5 Punkte für den Teilnehmer. Die Gewinner mit den meisten Punkten (jeweils die ersten drei Plätze) werden jeweils bekanntgegeben, für jeden Zeitabschnitt gibt es jeweils einen Pokal zu gewinnen.

Weil wir beim Auswerten festgestellt haben, dass es zu reichlich vielen Setzfehlern kam, die gegen die aufgestellten Regeln verstossen haben und gleichzeitig die Chancen einzelner ggf. unverhätlnismäßig begünstigt hätte, haben wir die Jury gebeten folgende Ergänzung der Spielregeln abzusegnen – was sie auch getan hat:

  • “Ergänzend wird bestimmt, dass es bei regelwidrigem Setzen, d.h. für jede Aussage ohne Jeton und jedes 4. und weitere Jeton je Aussage zu 5 Punkten Abzug kommt. Wurden nicht alle 20 Jetons gesetzt, gibt es keine Abzüge

 

Jury

Nicht immer wird es eindeutig festzustellen sein, ob die Aussagen eingetroffen bzw. erfüllt sind oder nicht. Eine Jury wird eingesetzt, die diese Einschätzung bindend – auf Grundlage von Evidenzen – übernimmt. Es ist natürlich wichtig, dass die Jurymitglieder nicht an den Wetten beteiligt sind. Wir freuen uns sehr, dass wir folgende Personen als Juroren gewinnen konnten:

Ableitung von Vorhersagen aus dem Wettverhalten

Nr Aussage Trifft ein
bis 1.12.12 1.12.12 bis 1.6.13 1.6.13 bis 1.12.13 erst später
(oder nie)
1 Staatlichen Stellen liberalisieren den Schulbuchmarkt und verzichten auf Kontrolle. [torte] 13% 7% 7% 73%
2 Digitale Kompetenzen sind fester Bestandteil der Stellenausschreibungen für Hochschullehrende [torte] 5% 13% 32% 50%
3 In einem Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern werden min. 10 Prozent der Lern- und Lehrmaterialien von Lernenden mitgestaltet. [torte] 18% 20% 36% 27%
4 Eine Fakultät einer Universität stellt eigene Lehr- und Lernmaterialien als OER zur Verfügung. [torte] 20% 28% 30% 22%
5 HTML5 ist die Standardformat für E-Books [torte] 2% 12% 22% 65%
6 Mindestens fünf deutschsprachige Lehrbücher sind mit einem Verfalldatum / notwendigen Aktualisierungsdatum versehen. [torte] 2% 16% 30% 52%
7 In jedem DACH-Land gibt es jeweils an mindestens fünf Schulen Tablet-Klassen. [torte] 51% 33% 13% 3%
8 Die erste Schulklasse in plant ein ganzes Schuljahr lang ausschließlich digitale Materialien zu verwenden. [torte] 42% 23% 23% 13%
9 Klapp- und faltbare Displays werden erstmalig zum Lernen eingesetzt. [torte] 2% 31% 43% 24%
10 Ein Schulbuchverlag bietet personalisierte gedruckte Schulbücher an. [torte] 2% 10% 38% 50%
11 Das ZUM-Wiki oder ein neues, alternatives Angebot übersteigt bei der Zahl der mitwirkenden Autoren die 10.000-Grenze. [torte] 2% 29% 44% 24%
12 Surface-Oberflächen sind erstmalig in als Tafelersatz im Einsatz. [torte] 60% 18% 15% 7%

 

Nach 6 Monaten: Die erste Überprüfung

Wir haben jeweils in Etherpads Hinweise gesammelt, ob die Aussagen eingetroffen sind und dann die Jury-Mitglieder gebeten, ihr Votum abzugeben, ob eine Aussage als eingetroffen bewertet werden soll, abzugeben.

Am 1.12. liefen die ersten 6 Monate ab und es wurden gemeinsam mit allen Freiwilligen “Evidenzen” für  das Eintreffen (oder Nicht-Eintreffen) gesammelt [hier mehr]. In der letzten Woche mussten dann die Mitglieder der Jury ihr Votum abgeben

Die einfache Mehrheit entschied bei allen Aussagen darüber, ob sie als eingetroffen bewertet wurde – oder eben nicht. Der Abstimmung zufolge wurden folgene Aussagen als eingetroffen bewertet:

  • (Aussage 7) In jedem D-A-CH-Land gibt es jeweils an mindestens fünf Schulen Tablet-Klassen.
  • (Aussage 8) Die erste Schulklasse in D-A-CH plant, ein ganzes Schuljahr lang ausschließlich digitale Materialien, d.h. keine gedruckten Lehrbücher, zu verwenden.
  • (Aussage 10) Ein Schulbuchverlag aus D-A-CH bietet personalisierte gedruckte Schulbücher an. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass KundInnen die Inhalte, die Art der Aufgabenstellung und und/oder Gestaltung auswählen können

Unsere Wettkönige:

 

Nach 12 Monaten: Die zweite Überprüfung

Die Überprüfung im Juli 2013 ergab keine wesentlichen Verändungen und das einheitliche Votum der Jury, dass keine weiteren Aussagen eingetroffen sind. Die Wettkönige für diese zweite Phase waren wieder Tanja Kohn und Beat Döbeli Honnegger.

Nach 18 Monaten: Die letzte Überprüfung

Im Januar 2014 wurde die letzte Überprüfung der Aussagen durch die Jury abgeschlossen. Keine weitere Aussage wurde als “eingetroffen” bewertet. Die Auswertung aller Einsätze ergab nun Prof. Peter Purgathofer als Gesamtsieger. Wir gratulieren herzlich und bedanken uns bei allen Teilnehmer/innen und der Jury! (Weitere Auswertungen des Verfahrens folgen noch).

Kontakt

Dr. Sandra Schön, sandra.schoen@l3t.eu
Dr. Martin Ebner, martin.ebner@l3t.eu

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