Der Weblog zur Vorbereitung, Organisation und Berichterstattung zum Projekt

Gender-Kurator/in

Ja, bei L3T wird sprachlich gegendert!  Wir haben uns dafür entschieden, weil es gute Gründe dafür gibt. Gleichzeitig finden wir grammatikalische Absonderlichkeiten mit vielen Schrägstrichen, Scheußlichkeiten (z.B. Mitglieder/innen) und Fehler durch das Binnen-I oder überhaupt penetrantes Durch-Gendern auch nicht hilfreich. Unsere Lösung lautet:

Bei L3T sollte immer dann, wenn es wichtig ist oder es leicht fällt, beispielsweise wenn es mit einem einfachen “/innen” getan ist, Frauen bewusst angesprochen werden oder eine tatsächlich geschlechtsneutrale Form gibt, ebenso verfahren werden. Bei L3T gibt es also “Lernende” oder “Lerner/innen”, “Lehrende oder Lehrer/innen”, genauso wie wir auch “Autorinnen und Autoren” haben!

Zusammengefasst:

  • Es muss immer grammatikalisch korrekt sein. “Die Kommentator/innen” ist es beispielsweise nicht!
  • Es gibt die Varianten: “Autorinnen und Autoren”, “die Lernende” sowie “die Lehrer/innen”
  • bitte KEIN Binnen-I, bitte KEINE komplizierten Schrägstrichlösungen, kein Bindestrich (/-innen), sondern ggf. eben /innen, /in
  • Bitte regelmäßig und an wichtigen Stellen (z.B. “der Unternehmer und die Sekretärin”) sprachlich gendern.
  • Nicht zwingend und immer muss gegendert werden, beispielsweise, wenn aus grammatikalischen Gründen nur komplizierte, unleserliche Doppel- und Mehrfach-Schrägstrichlösungen möglich sind.

Und gerne könnt Ihr das alles (auch) auf die österreichische Provenience von L3T schieben, wo man Frauen schon aus reiner Höflichkeit zuerst nennt. Nachdem als Reaktion auf eine Übungsaufgabe bei L3T, bei der es um eine Chefin und ihren Sekretär ging, tatsächlich eine E-Mail einging, dass dieses Geschlechtsverhältnis ja wohl schon eher unrealistisch sei, wussten wir sicher: Wir machen es wieder und es ist wichtig, wir wollen Geschlechtsverhältnisse nicht festschreiben wie sie sind, sondern mit dem sprachlichen Gendern (auch) Veränderungen provozieren. Und eine Fussnote, dass wir bei der männlichen Form stets auch Frauen adressieren, finden wir nicht ausreichend; sondern eher peinlich.

Mehr dazu gibt es im Leitfaden für “Geschlechtergerechte Sprache” des österreichischen Wissenschaftsministeriums (bmbf). Eine Ausnahme gibt es: Bei L3T werden keine Titel der Mitwirkenden gegendert (Dr.in, Mag.a; siehe auch Wikipedia).

Weil das Gendern nicht von allen Autorinnen und Autoren berücksichtigt wird, möchten wir eine/n oder mehrere Gender-Kuratorinnen und -Kuratoren finden und damit beauftragen, parallel zum Reviewing auch das Gendern einzufordern und ggf. entsprechende Vorschläge zu machen. Denn es ist zwar nur ein Detail, aber eben ein wichtiges.

Und he!  Natürlich hoffen wir, dass es bei L3T nicht gelingt, dass “BINGO!” gerufen werden kann. (Auch wenn schon zwei Kästchen angekreuzt gehören … grummel)

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